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Weihnachtsgeschenk ohne Schleife

Wir hatten den 15.Dezember. Leider hatte es noch nicht geschneit. Ich hatte meine Handschuhe in meine Tasche geworfen  und meine Jacken in die Garderobe gehängt.
Ich sah ins Schaufenster, wo farbige Lichter hingen, Tannenbäumchen und viele bunte Spielwaren  standen.  Meine Hände waren kalt. Auch meine Arbeitskollegin hatte sich ihrer warmen Kleider entledigt. Es war dunkel im Lager und roch nach frischem Karton.
Das Licht vom Ladenraum blendete. Dann sah ich, dass meine Arbeitskollegin feuchte Augen hatte. Ich spürte, dass sie etwas auf dem Herzen hatte. Im Laden war es noch ruhig. Obwohl nun der Zeiger der Mickey Maus-Uhr auf  8:05 Uhr stand.
Ich legte die Hand auf den Arm der Arbeitskollegin und fragte sie nach ihren Sorgen.

Unter Tränen fing sie an zu erzählen, was so sie traurig machte. Es war Dienstag und ihr Kater Pepi war seit dem Samstag spurlos verschwunden. Sie zeigte mir ein Foto von dem kleinen, mehrfarbigen Kater. Ich erinnerte mich an die Gefühle, die ich hatte, als unsere Katzen abgängig waren. Ich konnte ihre Trauer so gut verstehen. Meine Arbeitskollegin erzählte mir alles über ihren Kater. Ich betrachtete ihn intensiv, auf dem Foto Es war mir, als würde er mit mir sprechen. Mein Gefühl vermittelte mir klar, dass der wunderschöne 1 1/2 jährige Kater noch lebte. In Gedanken sprach ich mit ihm. Er möge doch so bald als möglich nach Hause kommen. Ich spürte, dass es für den Kater nicht möglich war. Wie aber konnte man ihn finden. Ich riet meiner Arbeitskollegin überall zu fragen, ob niemand eine solche Katze gefunden hatte. Auch sagte ich ihr, dass ein Flugblatt möglicherweise Erfolg bringen würde. Meine Arbeitskollegin war sehr dankbar für mein Interesse und die Anteilnahme am Verschwinden ihres Katers.

An meinen darauffolgenden  Arbeitstagen  fragte ich oft nach dem Kater. Doch leider war er noch nicht nach Hause zurückgekehrt. Der verlorene Bub beschäftigte mich immer wieder. In Gedanken sprach ich ihn immer wieder an und sagte zu ihm:“ Lieber  Pepi,  bitte gib mir oder deinen Leuten ein Zeichen, damit sie dich finden.“  Ich zündete sogar speziell für  Pepi eine Kerze an. Dann, es war am 23. Dezember, es hatte immer noch nicht geschneit.  Ich betrat gerade das Einkaufszentrum unseres Dorfes, als ich magisch von der Inseratenwand angezogen wurde. Mein Blick fiel bald auf  ein Inserat in welchem stand:  „Gefunden am 12. Dezember, verletzte ca. 2 jährige, mehrfarbige Katze. Bitte melden bei….“ Sofort notierte ich die Telefonnummer und teilte kurze Zeit später meiner Arbeitskollegin meine Entdeckung mit. Sie sagte mir, sie würde mich zurück rufen und mir erzählen, ob sie Erfolg hatte. Ich zündete erneut eine Kerze an und war ganz aufgeregt. Ich hoffte auf ein spezielles Weihnachtsgeschenk  für  meine Arbeitskollegin. In Gedanken sprach ich mit Pepi: „Bitte, bitte komm nach Hause“ Ich sah den kleinen Pepi in meinen Gedanken lächeln. Es überkam mich ein wunderbares Gefühl. Ein Gefühl der Hoffnung und Freude.

Nur 2 Stunden nach der Mitteilung klingelte bei mir das Telefon. Aufgeregt nahm ich den Hörer ab und meldete mich gespannt. Auf der andern Seite der Leitung hörte ich eine freudige Stimme. Sie gehörte meiner Arbeitskollegin. Das erste, was sie sagte:“ Wir haben ihn wieder.“ Sie erzählte mir sofort die ganze Geschichte vom verschwundenen Kater.
In meinem Herzen bereitete sich eine grosse Freude aus. Meine Arbeitskollegin bedankte sich ganz herzlich. Sie erzählte mir, dass Pepi verletzt war, dass aber seine Wunden wieder am heilen waren. Auch der Kater hatte sich riesig über das Wiedersehen gefreut. Für die Familie der Arbeitskollegin, war es wohl eine der schönsten Weihnachten.

Auch für mich verstärkte diese Freude, über den wieder gefundenen Kater, die Emotionen für Weihnachten. Ich wurde mir bewusst, wie solche Geschenke, mehr Freude bereiten konnten, als all dass, welches wir  in diesen Tagen in unserem Geschäft verkauften und mit rotem Papier und blauen Schleifen verpackten.

© Susanne Burki

Aktualisiert ( Sonntag, den 13. Dezember 2009 um 18:22 Uhr )  


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